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Trauma - Wenn die Wunde nicht verheilt. Opium, Latrodectus mactans, Argentum nitr. u. a.

Produktinformationen "Trauma - Wenn die Wunde nicht verheilt. Opium, Latrodectus mactans, Argentum nitr. u. a."

"There is a crack in everything where the light gets in"

Traumata - körperliche und psychische Verwundungen - gehören unvermeidlich zu jedem Leben. Schwere Verletzungen, insbesondere geistig-emotionale Frühtraumatisierungen, können lebenslange Auswirkungen nach sich ziehen, also unser gesamtes künftiges Sein prägen. Doch wenn wir uns tiefer alter Traumata bewusst(er) werden, an der Bewältigung und Auflösung ihrer reaktiven Folgen arbeiten und einen heilsameren Umgang mit ihnen finden, werden Wachstumsschritte in ein freieres Leben möglich.

Woran erkennen wir Traumata - sowohl bei uns selbst als auch bei Patienten? Wie entstehen sie und welche Formen gibt es? Was bedeutet und leistet Traumatherapie - auch mithilfe homöopathischer Mittel? Jens Brambach und John Kösel geben uns an diesem Homöopathischen Sonntag mehrere homöopathische Arzneien an die Hand, die sich bei der Traumabehandlung bewährt haben oder gar einschlägig sind. Darüber hinaus vermitteln sie allgemeine Hilfen und therapeutisches Wissen zum Umgang mit traumatisierten Menschen.

Eingangs stellt Jens Brambach eine provokative Frage: Was wäre, wenn unsere Traumata von einem Moment zum anderen verschwänden? Und welche positiven Folgen kann - neben den üblichen unangenehmen Empfindungen wie Schmerz, Wut, Angst oder Trauer - ein Trauma haben? Die asiatische Kultur betrachtet etwas Zerbrochenes als große Chance für die persönliche Weiterentwicklung, Narben gelten als einzigartige Besonderheiten des Individuums. Rajan Sankaran: "Durch unsere Wunden kommt ein anderes Lied in uns hinein." Die Lebensmelodie verändert sich.

John Kösel betrachtet und definiert den Begriff "Trauma" aus wissenschaftlicher Perspektive und erörtert Methoden der Traumatherapie wie EMDR, aber auch die übliche allopathische Pharmakotherapie. Zudem geht er auf spezielle Formen seelischer Traumatisierung ein, darunter die Posttraumatische Belastungsstörung oder sexuelle Traumata (Missbrauch). Wie zeigen sich Traumata auf der körperlichen sowie geistig-emotionalen Ebene? Gerade psychische Verletzungen können das Alltagsleben stark einschränken. Typisch sind aggressives Verhalten, Schreckhaftigkeit, Herzrasen, Alpträume, Verwirrtheit, Betäubung, Verdauungsprobleme und pessimistische Stimmungen - bis hin zur schweren Depression. Dabei sind die individuellen Symptome und Charakteristika bei der Mittelsuche oftmals entscheidend, da sich die Arzneien nicht nur hinsichtlich typischer Ätiologien unterscheiden, sondern insbesondere auch in ihren Reaktionsweisen.

Für die homöopathische Traumabehandlung verfügen wir schon seit Hahnemann über ein fundiertes Materia-Medica-Wissen sowie passende Repertoriumsrubriken, z. B.: Folge von Schreck und Schock (Aconit, Gelsemium, Opium), von finanziellem Ruin, Verlust eines geliebten Menschen, Schicksalsschläge im Allgemeinen (Symphytum, Vanilla planifolia), Flucht und Vertreibung (Heimatlosigkeit, Kriegstraumata, Zwangsumsiedlung) und weitere Ursachen bzw. Auslöser.

Im zweiten Beitrag arbeitet Jens Brambach Unterschiede zwischen der speziellen Traumatherapie und anderen Psychotherapieformen heraus. Eine Besonderheit bei Traumata ist, dass sie meist tief im Nervensystem gespeichert werden, wo die üblichen kognitiv-rationalen bzw. verbalen Therapien und Bewältigungsmechanismen kaum greifen. Ziel einer Traumabehandlung ist nicht, das Trauma selbst zu beheben (was nicht möglich ist), sondern das daran gebundene Erleben sowie die inneren/äußeren Reaktionen darauf. Da die ursprüngliche Traumaursache nicht mehr besteht, sind heilsame Umprogrammierungen durchaus möglich: "Es ist nie zu spät für eine glückliche Krankheit!". Dieser hoffnungsvolle Satz gilt insbesondere bei Entwicklungstraumata sowie transgenerationalen (systemischen) Traumata.

Im dritten Beitrag stellt John Kösel das schwerste und tiefste der klassischen Trauma-Mittel vor: Opium, dessen Grundsubstanz aus dem Milchsaft unreifer Schlafmohn-Samenkapseln gewonnen wird und das als eines der stärksten Rausch- und Suchtmittel gilt. Sein Bild ist geprägt von Schockstarre, von subjektiver Schmerzlosigkeit, Reaktionsmangel mit Apathie, Benebelung oder Benommenheit. Opium-Zustände entstehen durch einen massiven, insbesondere länger andauernden Schrecken/Schocks, z. B. Geiselnahme, Entführung, aber auch massiver körperlicher Traumatisierung. Umfassend beschreibt der Referent die Opium-Leitsymptomatik sowohl auf der psychischen als auch der körperlichen Ebene (Diarrhoe vs. Verstopfung, Bauchkrämpfe, Darmverschluss, geräuschvolle Atmung, Schlafapnoe).

Die Schwarze Witwe (Latrodectus mactans) ist eine weitaus weniger bekannte Arznei. Bei Spinnen allgemein geht es um alte, verdrängte Traumatisierungen, um die dunklen, unbeachteten Ecken unserer Seele, die Leichen im Keller, das unsichtbare Netz der Selbstverstrickung, das nie richtig wahrgenommen wurde, sich jedoch massiv auswirkt. Die Symptome entsprechen großenteils der Spinnengift-Wirkung: Brustenge, panischer Gesichtsausdruck, Unruhe mit Frösteln und eiskalter Haut, schwarze Blutungen aus dem Darm oder mentale Unruhe. Psychisch: tiefes Misstrauen gegenüber dem Leben. Oft handelt es sich um Entwicklungstraumata: (anhaltende bzw. wiederholte seelische Verletzungen) im Kontext einer krankhaften Mutterbindung (übermächtige, verschlingende Mutter, mit ungesunden "Verstrickungen" und dem Gefühl des Ausgeliefertseins in Folge subtiler Manipulation des Kindes unter dem Deckmantel der Fürsorge. Auch hier nennt der Referent Kernpunkte der körperlichen Symptomatik (Brustenge, Herzschmerzen, Herzinfarkt, Kältegefühl, Unruhe mit Frösteln und eiskalter Haut, schwarze Darmblutungen u. a.).

Im dritten und letzten Beitrag diskutiert Brambach mögliche Trauma-Heilwege. Entscheidend ist ein integrativer Umgang mit den traumabezogenen Empfindungen, um sie früher oder später anerkennen und eine reifere Regulation entwickeln zu können. Bei den Frühtraumatisierungen ist das Konzept der vier Geburtsmatrizen nach Stanislav Grof hilfreich. Ausgehend von der m. o. w. traumatischen Primärerfahrung der Geburt ("Mutter aller Traumata") hilft das Konzept beim Verständnis der Entstehung unterschiedlicher Traumata. Aus dem prä-, peri- und postnatalen Geschehen ergeben sich verschiedene Typen möglicher Traumatisierung, die hier umfassend und gut nachvollziehbar bzw. nacherlebbar vermittelt werden.

Passend dazu stellt der Dozent als viertes großes Mittel noch Argentum nitricum vor, das den enger und enger werdenden Geburtskanal symbolisiert, den Tunnel. Argentum nitr. Ist nicht nur das wichtigste Mittel bei Angst vor Enge (Klaustrophobie) und Prüfungsangst, sondern überhaupt "ein Mittel der 100 Ängste", besonders bei drohendem Kontrollverlust.

Am Ende stellt Brambach noch die Frage, ob bzw. inwiefern eine Traumaprophylaxe möglich ist. Was wäre nötig, um gegenüber den ohnehin auftretenden Verletzungen, Kränkungen und Schicksalsschlägen resilienter zu werden? Ein stabiles, gereiftes und geheiltes Selbstbild mindert zumindest ihre Auswirkungen. Neben einer guten Beziehung zu sich selbst (Selbstwert, Selbstliebe) sind tragfähige Beziehungen essenziell, um sich gegenüber vertrauten Menschen ungeschützt zeigen zu können, ohne erneut verletzt zu werden.

Sprache: Deutsch
Vortragstyp / Eignung: Umfassende Darstellung (Vertiefung)
Autor/Referent*in: Brambach, Jens, Kösel, John
Schwierigkeitsgrad (Kenntnisniveau): 1 Einsteiger/Ausbildungsanfänger, 2 Homöopathie-Student (in Ausbildung), 3 Praxisanfänger, 4 Fortgeschrittener, 5 Meister/Experte
Teil 1 (41:37)
Jens Brambach & John Kösel
1. Allgemeine Überlegungen zu Traumatisierungen / Was wären wir ohne Traumata? / Sankaran: anderes Lied (z. B. Bellis perennis) / Die sechs Welten des Buddhismus / Der Sprung im Gefäß (00:00)
2. Verschiedene Definitionen des Traumabegriffs / PTBS / Sexuelles Trauma / Traumatherapien / EMDR / Pharmakotherapie / Merkmale und Folgen seelischer Traumata (12:33)
3. Wie entsteht ein Trauma? / Körperliche und geistige Anzeichen traumatischer Belastung / Akute Belastungsreaktion / PTBS Behandlungsziel (23:51)
4. Traumabehandlung in der Homöopathie / Passende Rubriken im Synthesis: Folge von Schreck, Verlust eines geliebten Menschen, Schicksalsschläge / Arzneibeispiele: Vanille, Aconit, Gels., Opium, Phos., Phos-acid. u. a. / Kollektive und transgenerative
Traumata / Kriegstrauma und Heimatlosigkeit (34:11)

Teil 2 (74:14)
Jens Brambach & John Kösel
1. Traumatherapie vs. allgemeine Psychotherapie / Zur Entstehung von Kindheitstraumata / Trauma heißt "Wunde" / Einnistung im Nervensystem / Weitergabe von Glaubenssätzen (00:00)
2. John Kösel Opium: Grundsubstanz, Signatur / Leitsymptome: Apathie, Schockstarre, Schmerzlosigkeit / Opium - Akute Schocksituationen / DD Nux vomica (26:17)
3. Opium: Ätiologie, Modalitäten / Geistes- und Gemütssymptome / Lokalsymptome (37:55)
4. Opium: Träume / Heroin, das goldene Braun / Zuschauerfragen zu Opium und zum Begriff "Trauma" / Die betäubte Gesellschaft (46:14)
5. Spinnenmittel: Überblick / Latrodectus mactans (Schwarze Witwe) / Arzneimittelbild / Entwicklungstrauma: seelische Verletzung, Minderwertigkeitsgefühle, unsichere Bindung (54:15)
6. Die Spinne in der Mythologie / Prinzip der Großen Mutter / Schwarze Witwe: Ursubstanz / Leitsymptome und Lokalsymptome, Empfindungen, Träume (61:48)

Teil 3 (100:29)
Jens Brambach
1. Das Annehmen der Gefühle Anderer / Regulierbarkeit von Gefühlen / Aushalten können als Wert / Emotionale Inkontinenz / (00:00)
2. Feinfühligkeit vs. Sensibilität / Entwicklungstraumata: Glaubenssätze / Double Binds (17:51)
3. Stanislav Grof: Perinatale Matrizen / Lebensbedrohlichkeit der Geburt / Klaustrophobie (29:59)
4. Die 4 perinatalen Matrizen: 1. Matrize: ozeanischer Zustand / Störungen durch Drogen, Stress, Abtreibungsversuche / 2. Matrize: Kontraktion des Uterus / Machtlosigkeit, Schuldgefühle (46:36)
5. 3. Matrize: Austreibung / starker Druck / 4. Matrize: Trennung von der Mutter / Isolationserlebnis, schizoide Sitution (59:48)
6. Argentum nitricum: wird enger und enger / Vielfältige Ängste von Arg-n. (68:58)
7. Argentum nitr.: Körpersymptome / Das Schlangenei / Impotenz durch Erwartungsspannung / Traumaprophylaxe: realistisches Selbstsbild / aktive Gesunderhaltung / tragfähige Beziehungen (78:25)

 

Jens Brambach

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Aus der eigenen Vita:

Ich bin seit über 15 Jahren Heilpraktiker in Berlin. In meiner Praxis in Kreuzberg arbeite ich schwerpunktmäßig mit Homöopathie, Psychotherapie und Familienaufstellungen Außerdem bin ich seit mehreren Jahren Dozent für Homöopathie und Aufstellungsarbeit u.a. an der Samuel-Hahnemann-Schule Berlin und in der Wochenendausbildung "Der Homöopathische Weg".

Schon seit meiner Jugend treibt mich die Frage an, wie wir Menschen funktionieren. Wie kommen wir in unsere Kraft, wie stehen wir uns selbst im Weg, wie nehmen wir wahr, haben wir eine über uns hinausweisende Aufgabe oder Funktion in dieser Welt und wenn ja welcher Art ist diese. Ganz besonders interessiert mich dabei wie wir Freiheit erlangen können und was wir mit der Freiheit anfangen.

Auf meinem persönlichen Lebensweg sind mir zahlreiche Verwundungen begegnet, seelische wie körperliche. In meiner Entwicklung und meiner Arbeit habe ich erlebt, dass diese Wunden heilen können, wenn man sich auf den Weg zu ihren Wurzeln macht. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass jede Krankheit und jede Verletzung bei allem Leid auch einen Schatz birgt, eine Information, einen Wegweiser um zu den Wassern des Lebens zu finden, über uns hinaus zu wachsen und mit dieser unglaublichen Welt in Kontakt zu treten.

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Jens Brambach im Vortrag "Nietzsche und die Syphilis" (Bestnr. HT-576)
(Foto: Martin Bomhardt)

John Kösel

Kösel, John

3 Dateien/Teile als MP3-Download.

Schmuck-/Coverbild
KI-generierte Komposition aus Themen- und Arzneimotiven von Martin Bomhardt (ChatGPT)

 

Hersteller
Verlag Homöopathie + Symbol, Martin Bomhardt, Liebigstr. 36, 10247 Berlin, E-Mail: info@homsym.de

Produktabbildung
Digitales Produkt - keine Abbildung verfügbar. Die Abbildung oben links dient der symbolischen Dekoration dieser Seite

Produktform
Digitales Produkt: Eine/mehrere ZIP-Dateien als digitale(s) Paket zum Herunterladen via Email-Link / Kundenkonto. Die ZIP-Datei enthält alle zum Produkt gehörigen abspielbaren Medien (Format MP3 bei Audio oder MP4 bei Video), optional zusätzliche PDF-Dateien als visuelles Material, optional weitere TXT-Dateien oder andere marktübliche digitale Formate (Genaueres siehe Beschreibung unter "Details").

Angaben zur Produktsicherheit / Warnhinweise
Dieser Titel (Inhalt des Produkts) enthält fachkundliche Informationen für/über Heilberufe und heilkundliche Anwendungen, jedoch keine Werbung für bestimmte Heilmittel/-behandlungen. Er gibt ausschließlich die persönliche Meinung und subjektive Erfahrung des/der jeweiligen Autor*in*nen wieder. Keinesfalls können bestimmte Inhalte, insbesondere im Medium wiedergegebene Hinweise zu medizinischen Anwendungen (z. B. zur Einnahme bestimmer Arzneien) als konkreter Ratgeber oder gar Anleitung zur (Selbst-)Behandlung verstanden werden, insbesondere nicht von medizinischen Laien. Im Falle eines Behandlungsbedarfs halten Sie bitte Rücksprache mit professionellen Therapeut*innen, inbesondere Ihrem Hausarzt/Ärztin, um mögliche gesundheitliche Folgen und Schäden einer unprofessionellen Eigenanwendung zu vermeiden.

325. Homöopathischer Sonntag der Samuel-Hahnemann-Schule Berlin, 3. März 2024 (Online-Stream via Zoom)

Zur Veranstaltung "Der Homöopathische Sonntag"

Die "Homöopathischen Sonntage" sind eine seit 1994 regelmäßig monatlich an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin stattfindende Veranstaltung, in denen ein halber Tag (fünf Stunden) einem einzigen Arzneimittel, einem theoretischen oder praktischen Thema umfassend gewidmet ist. Sie gehören zu den kontinuierlichsten und zugleich fortschrittlichsten homöopathischen Vorlesungen, da das jeweilige Thema aus der aktuellen Sicht und Erkenntnis der homöopathischen Empirie und Forschung vermittelt wird.

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